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Die Eroberung Mexikos im Comic

 

Comics gibt es mittlerweile zu fast allen geschichtlichen Ereignissen, doch obwohl sich die Conquista eigentlich anbietet, finden sich hierzu nur wenige Beispiele.

Beginnen wir mit einer Comic-Version des Bernal Díaz del Castillo: Die Eroberung von Mexiko (Die spannendsten Klassiker der Weltliteratur 137). Sammlerausgabe Hethke-Verlag 1999. Ursprünglich aus den 50er-Jahren stammend zeichnet sich dieses Heft weder durch besonders gute Bilder noch durch eine originelle Story aus. Man betrachte im unten wiedergegebenen Muster Malinches allerliebste Haarschleife und weiß schon, welch Geistes Kind dieses Werk ist: dasjenige einer herzerfrischenden Naivität.

Ganz anders das zweite Beispiel jüngeren Datums. Es handelt sich um die aktuelle Reihe "Quetzalcoatl" (Text und Zeichnung Jean-Yves Mitton, Colorierung Jocelyne Charrance, erscheint bei Kult-Editionen, Grenoble), die mit einer ganz eigenen Interpretation des Quetzalcoatl-Mythos aufwartet:

Die aktuell aus sechs Bänden bestehende Reihe (1. Zwei Maisblüten, 2. Berg des Blutes, 3. Moctezumas Rache, 4. Der Gott aus der Karibik, 5. Der Konquistador und die Hure, 6. Noche triste, ein siebenter Band ist geplant) frönt wie andere Werke Mittons einer teilweise recht derben Erotik, ist dabei aber trotz einiger falscher Namensschreibweisen keineswegs platt. Von hintergründigem Humor zeugt nicht zuletzt die Darstellung des Bernal Díaz del Castillo, dem auch die Autoren dieser Internetseite unterstellen, ein ausgekochtes Schlitzohr zu sein. (Wir arbeiten noch an dem letzten Beweis.) - Aber das sollte man lieber selbst lesen.

 

Nach diesen Beispielen könnte man denken, die Conquista Mexicos an sich sei überhaupt nicht lustig, so dass sie sich für die Comic-Unterart "Funny" nicht eignet. Terry Deary, Martin Brown und Philip Reeve belehren uns da eines Besseren und blicken in ihren "Angry Aztecs" aus der Reihe der "Horrible Histories" (1997) mit ziemlich derbem britischen Humor auf die Sache.

In der Einleitung heißt es: "History can be horrible. Horribly foul facts and fouler figures, dusty dates and dustier dead people, lousy laws and lousier wars", und wer wollte da widersprechen. Eine geschichtsdidaktische Revolution müsse her! Statt knochentrockener Daten ginge es es vielmehr um die Sinn-Frage. "Not only do you get revenge on your horrible history teacher ... you also start to explore the really, really interesting thing about history. The question, ´Why did people behave the way they did?´ - If you can answer that then you can begin to understand the question, ´Why do people behave the way they do now?´ And, in the end you answer the only question that matters in life: ´Why do I behave the way I do?´" Das sind ehere Ziele!

Und seien wir einmal ehrlich: Einge Dinge in der Geschichte sind in der Tat gar nicht so kompliziert, wie Lehrer und Historiker oft behaupten. Vielmehr ist es manchmal einfach nur schrecklich bzw. so schrecklich einfach, daß man (wie Fray Bartolomé de Las Casas) nur nicht weiß, ob man darüber lachen oder weinen soll.

Vor diesem Hintergrund begann die Eroberung Mexikos für Deary & Co. folgendermaßen:

Konnte das anders als in einer Katastrophe enden?